Opgaande zon



Die Entstehung der "Andreas Manna Stiftung"
Ein Glaubensbekenntnis von Henk und Wilma van der Vinne

Visionen werden manchmal Wirklichkeit...

Mutter Theresa hatte eine Vision, diese bestimmte und inspirierte ihr Leben. Das Leben von Jeanne d' Arc wurde zum größten Teil von Visionen bestimmt. Leiden und Sterben konnten den Herrn Jesus nicht davon abhalten, die Vision, den Auftrag, welchen Er vor Augen hatte, in Erfüllung zu bringen. Auch heute noch gibt Gott Menschen Visionen. "Als sähe er den Unsichtbaren" sagt die Bibel an einer Stelle. Manchmal sehen Menschen in einem Traum, bildhaft oder in einer Vision irgendetwas, das ihr weiteres Leben bestimmen wird. Als ob es keinen Weg zurück gäbe, bestimmt dieser Traum oder diese Vision deren Leben. Wie wenn Gott es in ihr Herz gepflanzt hätte, ihnen von weitem zugerufen habe, um ihnen ganz nahe zu kommen.
Und stell dir vor: Plötzlich beginnt so ein Traum in deinem Leben Gestalt anzunehmen. Menschen, die uns voran gingen und sich inspirieren ließen durch das, was andere vielleicht eine Wahnvorstellung nennen, sind auch heute noch – lange nachdem sie gestorben sind – für viele eine Quelle der Inspiration. Wer ließt nicht gerne ihre Geschichte, wer würde nicht gerne so ein Leben führen? Abenteuer und Passion, aber und vor allem auch, Leiden und Leidenschaft. Seid gewarnt: Die Entdeckung, dass Leiden und Leidenschaft zusammen gehören, teilen alle diese Menschen in der Nachfolge des Menschensohnes, der in der Bibel Gott genannt wird: Das Leben der Mutter Theresa war die Personifizierung des Leidens, das Leben Jeanne d' Arcs bestand schließlich nur noch aus Leiden.
Jesus Christus, der Gott des Leidens, hatte eine Passion für Menschen, die am Rande der Gesellschaft existieren: Huren, Landesverräter und andere, die an einer verrückten Welt zugrunde gegangen sind: Mit ihnen saß Er am Tisch und für sie starb Er. Torheit oder Wirklichkeit? Traum oder Wahn? Entscheidest du dich für eine Vision, einen Traum, die
Nachfolge eines Ideals, weil Er uns inspiriert, so wird Er auch am Zustandekommen dieses Ideals mitwirken. In dieser Hinsicht hatte Calvin großen Einfluss auf einen großen Teil Europas und hob diesen Kontinent über den Geist der Zeit hinaus. Lasst uns ehrlich sein: Wenn Träume und Visionen Wahrheit werden, wer gibt uns diese dann? Oder war es nur ein menschliches Ideal, das diese Menschen inspirierte? Was uns angeht: Sieh es dir an...

Kinderlos

Im September 1979 wurde uns von Professor Kremer des akademischen Krankenhauses in Groningen mitgeteilt, dass die Wahrscheinlichkeit, Kinder bekommen zu können, geringer als ein Prozent ist. Dieses eine Prozent lässt er für ein Wunder offen! Er sagte dazu, diese Mitteilung bedeute für manche das Ende ihrer Ehe, für andere aber der Anfang für etwas komplett Neues. Er wünschte sich, dass wir zu der zweiten Gruppe gehören. Wie fremd das auch wirken mag: Er öffnete unbewusst eine neue Perspektive in unserem Leben. Diese Mitteilung war eine tiefe Enttäuschung und griff tief in unser Leben ein, markierte aber unbewusst von Anfang an eine neue Zukunft. Ganz tief in uns hinein säte er den Samen, welcher Gott uns später durch ein Vision offenbarte und sich heute zu einer Realität in unserem Leben entwickelt...

Trost

Enttäuscht von Gott und Kirche, besuchen wir eines Abends im November desselben Jahres, ein Konzert von Elly & Rikkert Zuiderveld. Die Musik dieser Hippies sprach uns schon an, noch bevor sie selber anfingen, Träume zu träumen und Visionen zu sehen! Bewegt von dieser Musik schreiben wir ihnen in den Wochen nach dem Konzert einen Brief, in dem wir unsere Enttäuschung kundtun. Entgegen unserer Erwartung reagiert Rikkert mit einem kurzen Brief und lädt uns ein, mal vorbeizukommen und zu reden. Mit einiger Scheu gehen wir auf diese Einladung ein. So geschah es, dass wir zwischen Weihnachten und Silvester eine neue Bestärkung in unserem Glauben erhielten, dank dieses Besuchs. Elly und Rikkert bleiben in dieser ersten Periode unsere Begleiter, sie helfen uns bei der Verarbeitung unseres Kummers bezüglich unserer Kinderlosigkeit. Wir fangen an, in der Bibel zu lesen. Eine Quelle bitterer Tränen wandelt Gott in jenen Tagen zu einer großen Trostes um, denn eines bestimmten Tages lesen wir:


"Freue dich, du Unfruchtbare, die du nicht geboren hast! Brich in Jubel aus und jauchze, die du nicht in Wehen lagst! Denn die Vereinsamte wird mehr Kinder haben als die Vermählte! Spricht der HERR. Erweitere den Raum deines Zeltes und dehne die Zeltdecken deiner Wohnungen aus; spare nicht, spanne deine Seile weit aus und befestige deine Pflöcke; ... Und alle deine Kinder werden vom HERRN gelehrt, und der Friede deiner Kinder wird groß sein." (Jesaja 54)


Eins wussten wir da ganz bestimmt: Gott, der den Mutterschoß schließt, kann diesen auch wieder öffnen: Einmal würden wir Kinder bekommen.

Vision

Diese Gewissheit, dass wir an Stelle unserer Kinderlosigkeit etwas Besseres von Gott bekommen würden, tröstet uns tief. Ein Trost, der uns wegen unserer Kinderlosigkeit nach und nach immer mehr Frieden gibt. So wie es manchen nicht gegeben ist zu heiraten, ist es uns nicht gegeben Kinder zu bekommen.
Gott gab uns Frieden und lernte uns darin zu ruhen! Im Frühling 1980 sieht Elly Zuiderveld, während sie betet, eine Vision. Sie sieht, wie wir von schwarzen Kindern umgeben sind. Wir reagieren lachend und beschließen einfach abzuwarten, was Gott tun wird. Wir haben ja nicht mal Kontakt zur Negermenschen. Die Jahre vergehen. Die Vision verschwindet in den Hintergrund und wird fast vergessen....

Unabhängigkeit

Kenia ist eine ehemalige Kolonie des Britischen Reiches. Obwohl das Land nicht ohne Kämpfe unabhängig wurde, ist es der Politik des ersten Präsidenten, Jomo Kenyatta zu verdanken, dass die Bewohner des Landes sich sofort mit ihren ehemaligen Kolonisten versöhnt haben. Herzliche Bände zwischen ihnen werden daraufhin zum Ausdruck gebracht, indem das Britische Königshaus regelmäßig Kenia besucht. Solches ist auch in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre der Fall...

Enthusiasmus

Gesangschöre sind sehr populär im Land und anlässlich eines Besuches der Königin Elisabeth in Kenia, wird ein nationaler Wettkampf für Gesangschöre erlassen. Der beste Chor darf mit einer Aufführung die Königin bei ihrer Ankunft willkommen heißen. Das "Jerichochor" von "International Fellowship for Christ", eine Kirche in Nairobi, die schon im Land für Furore gesorgt hat, gewinnt den Preis. Dieser Chor gibt während des Besuches der Königin ein Exampel besten Könnens zum Besten. Der Prediger der Kirche, William Otieno ist dabei anwesend, sowie einige Evangelisten aus Norwegen. Der Enthusiasmus des Chores sprach diese Evangelisten aus Norwegen besonders an. Sie laden William Otieno ein, auf ihre Kosten zusammen mit dem Chor nach Norwegen zu kommen. William darf dort predigen und sein Chor singen... in Norwegen.

Zelt

1988 gehen wir nach Norwegen in den Urlaub. Wegen diverser Querelen in der kirchlichen Gemeinde sind wir enttäuscht worden. Die Bibel kommt mit, aber unten im Koffer! Dort angekommen, beschließen wir eines Morgens, dass wir am Abend ein Plätzchen in der freien Natur zum Übernachten suchen. So etwas geht ohne weiteres in Norwegen. Bevor wir losfahren, tanken wir das Auto voll. Wir beschließen auch noch, die Reifen mit Luft zu füllen. Zurückfahrend kollidieren wir mit der Rückseite unseres Busses gegen eine Säule, die das Dach der Tankstelle stützt. Betreten, mit schmerzende Nacken und eine Beule hinten am Auto, beginnen wir schließlich mit der Reise. Dann fängt es an, ununterbrochen zu regnen. Nach einigen Stunden Fahrt, entscheiden wir, dass es zu nass ist, um irgendwo im Freien zu übernachten. Am Ende des Tages steuern wir den erst besten Campingplatz an, den wir passieren. Dieser liegt in der kleinen Ortschaft Seljord. Auf dem Camping steht ein großes Zelt. Wir meinen, es sei eine Zirkuszelt Als wir aber das Auto leergeräumt haben, stellen wir mit großem Schrecken fest, dass es sich um ein Evangelisationszelt handelt! Die übrigen Campinggäste stellen sich alle als skandinavische Christen heraus. Sie halten sich hier einige Tage für verschiedene Seminare und Versammlungen auf.

Neuigkeiten

Wir beschließen sofort am nächsten Tag wieder weiter zu reisen, wir haben keine Lust auf christliches Getue. Wir möchten unsere Ruhe haben! Währenddessen regnet es unaufhörlich und abends wird es immer kälter. Wilma schaut kurz im großen Zelt vorbei und entdeckt das dieser geheizt wird. Ganz durchgefroren, beschließen wir ins Zelt zu gehen. Dort predigt William Otieno und tritt das Chor aus Nairobi auf! Im Zelt hängt ein Leinwand, worauf der Text aus Jesaja 43,19, "Siehe, ich will etwas Neues tun, jetzt wird es hervorsprossen", geschrieben steht. William redet an jenem Abend auf der Grundlage dieses Textes. In unser Herz spüren wir, dass dieses Wort auch für uns ist, nichtverstehend, was es uns zutiefst zu sagen hat. Jenen Abend begegnen wir Normann und Eva Unsgaard. Ein enthusiastisches Nordisches Ehepaar, welches sehr überrascht reagiert, nachdem sie vernommen haben das Niederländer im Zelt sind. Sie laden uns ein, sich zu den Gästen aus Kenia zu setzen, weil dort vom Nordischen ins Englische übersetzt wird. Am Ende des Abends tauschen wir mit einigen Mitgliedern des kenianischen Chors die Adressen aus.

Brief

Es regnet Tage lang, weshalb wir nicht weggehen können. Es entstehen herzliche Kontakte mit einigen der Chormitgliedern. Es hört auf zu regnen, sobald der letzte Campinggast gegangen ist. Dann ziehen auch wir weiter auf unserer Reise durch Norwegen. Als wir nach den Ferien nach Hause kommen , liegt der erste Brief aus Kenia schon auf unserer Türmatte... Von Anfang an haben unsere Freunde aus Kenia uns eingeladen, sie in ihr Land zu besuchen. Aber erst 1991 kam es tatsächlich dazu. Innerhalb von drei Monaten nachdem wir unsere Freunde gebeten haben, dafür zu beten, dass Wilma Arbeit finden möge, erhielt sie eine Stelle! Dadurch waren wir finanziell in der Lage, um nach Kenia zu reisen, wo wir in ein einfaches Afrikanisches Hotel übernachten. Zum ersten Mal sehen wir die Straßenkinder in den Straßen Nairobis. Zusammen mit Abel, Anne und andere Freunde reisen wir in den Westen Kenias. Erblicken zum ersten mal das legendäres Viktoriameer und übernachten bei Verwandte in einer Afrikanischen Strohhütte! Wir begegnen die armen Bewohner vom Lande, denen es an Allem zu fehlen scheint, außer an Schwung! Sie bringen uns die ersten Wörter in der Sprache Swahili bei: "Bwana asseviewe!" - "Der Herr sei gepriesen!"

Bozee

Nach Ablauf dieser Ferien, am letzten Sonntag nach einem Gottesdienst in Nairobi kommt Pfarrer William Otieno auf uns zu. Er fragt uns ob er mal mit uns reden kann, worin wir natürlich zustimmen. Als er abends mit uns im Hotel sitzt, erzählt er von seinem Sohn Bozee, der vor einem Jahr in März durch einen Autounfall ums Leben kam. Bozee baute damals in Karungu gerade ein kleines Haus auf dem Grundstück seines Vaters, wie es für einen Sohn, der heiraten will, üblich ist. William erklärt, dass das Häuschen, das Bozee baute, nach seinem Tod von ihm, William und seiner Frau Peres fertiggestellt wurde. Seit dem Moment werden dort 10 Waisenkindern an der Zahl von ihm aufgefangen. Ein winziges Häuschen mit nur einigen Etagebetten und nicht einmal die finanziellen Mitteln, um diesen Kindern eine gute Versorgung und die richtigen Gesundheitsvorsorge zu bieten, oder sie zur Schule zu schicken. Könnten wir sie vielleicht helfen...

Privat

Wir schauen einander an. Die ganzen Ferien über mussten wir "nein" sagen, auf die verschiedensten Hilfebitten, die auf uns zukamen. Aber ergriffen durch Williams Geschichte und erinnert an Ellys Vision wissen wir eines ganz bestimmt: Wir dürfen ja sagen! Wir waren in dem Moment nicht in der Lage wesentlich helfen zu können, aber wir versprachen William, dass wir anfangen würden, privat etwas zu tun. Er konnte noch keine großen Dinge von uns erwarten, aber wir würden ihn persönlich nach unserem Vermögen helfen... Ein Jahr später – in 1992 – steigt William während der Rückreise von Oslo nach Nairobi aus dem Flugzeug bei einer Zwischenlandung in Amsterdam ab. Er ist eine Woche bei uns. Wir besuchen zusammen mit ihm einen der Prediger unserer örtlichen Gemeinde. Dieser lädt William ein um im nächsten Jahr einen Monat lang zu kommen. Die Gemeinde bezahlt das Ticket und wir sollen ein Programm zusammenstellen, wodurch er an verschiedenen Orten reden kann! Das geschieht und auf diese Weise ist dieser Prediger ein Glied in der Kette von scheinbar unerwarteten Zufällen, auf unseren Weg, das langsam aber sicher einen Prozess bezüglich der Hilfe für Karungu in Bewegung setzt. Von diesen Moment an nennt William diesen Prediger: "His best Friend!"

Stiftung

Ein Jahr später –1993 – befindet sich William wieder in unser Land. Er redet an diversen Orten in und um Hoogeveen. Die ersten Kirchen und Privatpersonen sichern finanzielle Unterstützung zu. Unter anderem wegen dieser Tatsachen sehen wir, dass wir uns überlegen müssen, auf welche Art und Weise wir das Ganze organisieren sollten, damit es kein Durcheinander von Privatangelegenheiten und Geld, welches die Leuten auf unser Bankkonto für die Kenia-Hilfe überweisen, gibt. Wir finden zwei befreundete Ehepaare, die bereit sind mitzudenken und zu beten. Nach anderthalb Jahren vergeblichen Suchens nach der Möglichkeit einer Unterbringung bei einer schon bestehenden Organisation, entscheiden wir uns dafür, dass eine Stiftung gegründet werden muss, nachdem ein Besuch in Karungu die Notwendigkeit dieser Hilfe noch mal bestätigt.

Erfüllung und Vision

So begegneten uns zum ersten Mal Vision und Wirklichkeit durch unsere Kinder in Karungu, im Juni 1994. Jeder, der es nur hören will, erzählen wir dort, dass Gott vor fast fünfzehn Jahren uns eine Vision gegeben hat und die Waisenkinder, die damals noch nicht mal geboren waren, durch Ihm an uns gegeben wurden, auf dass wir sie helfen versorgen. So, als wären es unsere eigenen Kinder und dass dieser Besuch in Karungu die Erfüllung unserer Vision ist! Die Menschen in Karungu sind bewegt und gerührt durch soviel Gnade Gottes. Eine Vision wird Realität, eine Vision beginnt...

Vollwaisen

Wir sehen in Karungu eine aufgeweckte Bevölkerung, unterjocht durch die Abwesenheit gesunden Trinkwassers. Die Sterbeziffer ist auf Grund allerhand Infektionskrankheiten in Verbindung mit schlechtem Trinkwasser unwahrscheinlich hoch, wie beispielsweise Aids und Malaria. Auch viele Mütter sterben im Wochenbett (Ohne ein Wochenbett). Nur schon durch Aids sind bis zur Millenniumswende schon 600.000 Kinder verwaist. Diese Not, die in diesen Tagen auf uns zukommt, nimmt innerhalb kurzer Zeit Besitzt von unser Herz. Das Bedürfnis entsteht, nicht nur etwas für Waisenkinder zu tun, sondern auch vorzubeugen, damit es soweit nicht kommen muss. Wir können und möchten nicht mehr umhin. Der Gedanke nach dem wie macht uns ängstlich, aber die Gewissheit, dass es gut ist zu helfen überwiegt! Zusammen mit William beschließen wir an erster Stelle den Kindern eine gute Unterkunft zu geben, sauberes Trinkwasser, ein einfache, aber effiziente Gesundheitsversorgung, ein gutes Transportmittel für William und die Kranken im Umkreis, Landbewässerung oder ein anderes Landbauprojekt, eine auf Praxis orientierte Schule und der (Ab)Bau einer kleiner Kirche, die für die Leute in der Region ein Treffpunkt sein kann.

Andreas Manna

Zurück in Hoogeveen, entsteht am 19. Juli 1994 die Stiftungsakte der Andreas Manna Stiftung, Partner von der gleichnamigen Foundation in Kenia, dort ungefähr zur gleichen Zeit aufgerichtet von William Otieno. Der Name deutet hin auf Jesus' viertem Apostel Andreas, der Ihm den kleinen Jungen mit den fünf Broten und zwei Fischen gebracht hat. Und es deutet auch hin auf das Manna, das die Juden auf wundersamer Weise von Gott empfingen, als sie durch die Wüste zogen. So wird für die Menschen, die den Namen Andreas Manna nicht als biblisch erkennen, auch der Name von einer Person, die Hilfe an Waisenkinder in Kenia gibt. Von Anfang an werden durch die Stiftung zehn Waisenkinder versorgt, ein Zahl, die langsam Zuwachs bekommt. Da die Stiftung jetzt Form annimmt, verändert die Situation rasant. Immer mehr Menschen möchten was geben und zusammen mit William wird beschlossen zuerst eine neue Unterkunft zu bauen, womit man vierzig Kinder Platz bieten kann...

Opfer

Der Tod von Williams ältestem Sohn Peter im Juni 1997, infolge einer Magen-Darminfektion, und das gerade als wir in Kenia angekommen sind, war ein enorme Schock. Peter, der Sekretär der Stiftung, hielt sich in der Woche vor unserer Ankunft in Karungu auf und holte sich dort wie viele andere dieser Region jene Krankheit, die dazu führte, dass er fünf Tage später starb, weil er wegen den mangelnden Transportmitteln nicht rechtzeitig die richtige Gesundheitssorge aufgesucht hatte. Wir beschlossen das neue Waisenhaus den Namen "Peter's House" zu geben. Benannt nach dem Manne, der unentgeltlich seine ganze Zeit in die Vorbereitungen für den Bau dieses Hauses gesteckt hatte. Nach einigen Wochen tiefer Trauer bei der Familie Otieno reisen wir bestürzt und verstört in die Niederlande zurück, mit der Gewissheit, dass viel schneller etwas geschehen muss! Gott lässt sich erbitten! Im September des gleichen Jahres beschloss EO Metterdaad (Hilfeaktion des Evangeliums Rundfunk in der Niederlande) plötzlich – drei Jahre nach unsere Bitte um Hilfe – uns dennoch zu helfen! Peters Tod bedeutete erneut eine Beschleunigung in den Entwicklungen. Trotzdem verstehen wir nicht, weshalb William und Peres trotz ihres enormen Einsatzes so ein Opfer bringen mussten...

Treu

Im Mai 1998, während wir in Kenia mit den Menschen von EO Metterdaad filmen, findet der Umzug der Kinder in ihre neue Unterkunft statt. Ein Waisenhaus, das Platz für ungefähr 40 Kinder bietet! Im August jenes Jahres kam die Dokumentation "Daheim in Karungu" zweimal im niederländischen Fernsehen, über Evangelische Omroep, einem evangelischen Rundfunk (und das Programm "Metterdaad" – Durch die Tat-), welches für gewaltige Resonanz sorgt. Es wird nicht nur eine gute Trinkwasserversorgung im November 1998 realisiert, auch die örtliche Grundschule wird umgebaut und erweitert. Als William im Mai 1999 erneut in die Niederlande reist, beschließen wir zusammen mit ihm, dass die AMS im Jahr 2000 der Bau des Krankenhauses auf sich nehmen wird und auch für die medizinische Einrichtung sorgen wird. Wir können ihm diese Zusage in der Erwartung machen, dass die Menschen in den Niederlanden treu ihre Hilfe an uns fortführen, so wie sie es in der Vergangenheit getan haben. September 2000 sagen uns das Niederländische Radio und Fernsehen (über dem überkirchlichen Sender Niederlande und dem Programm "Wilde ganzen" - Wilde Gänse -) erneut Hilfe beim Bau des Krankenhauses zu. Desgleichen bekamen wir einen Beitrag einer Stiftung mit dem Namen "Smile", wovon wir einen Traktor mit Pflugscharen kaufen konnten. Im September 2000 begann in Kenia die Realisierung eines Krankenhauses, welche 2001 fertig gestellt wurde.

Meilenstein

Das Krankenhaus wurde mittlerweile in Betrieb genommen. Das wird sich zu einem weiteren Meilenstein in der Bekämpfung des Waisenproblems entwickeln, so wie es im Kreis Karungu der Fall ist. Das gibt die von uns betreuten Kindern und allen anderen Kindern und den Erwachsenen im Kreis Karungu auch wieder ein wenig mehr Gewissheit auf ein gesundes langes Leben... Im März 2001 besuchten wir zusammen mit einigen Freunden in Ghana. Wir waren auf der Suche nach Kindern in Not, in diesem Afrikanischen Land. Wir fanden mit Hilfe unserer Freunde in der südlichen Hafenstadt Takoradi einige Straßenkinder und ihre Helfer. Vor über zehn Jahre steckten vier Männer ihre Köpfe zusammen um den Straßenkinder zu helfen. Francis, Robert und Sammy besuchen jeweils eine andere Kirche. Trotzdem arbeiten sie zusammen, dank ihres gemeinsamen Anliegens: Die Straßenkinder von Takoradi. In Afrika weht der gleiche Geist durch die verschiedenen Kirchen, der die Herzen der Gemeindeglieder zusammen schmiedet. Sie versuchen schon seit ca. 13 Jahren die Lebensumstände der Straßenkinder zu verbessern, in der Stadt, die sie so sehr lieben. Sie fangen Ausbildungen mit diesen Kindern an, richten mit ihnen kleine Betriebe auf, beseelt von einem großen Wunsch: Die Finanzierung einer Miete oder der Bau einer eigenen Unterkunft, von wo aus sie die Kinder helfen können; wo sie studieren können, sich waschen können und zu essen bekommen...

 

Als wir nach Hoogeveen zurück-kehrten, beschloss die Verwaltung der AMS auch für dieses Projekt Spender zu werben. Ein neuer Schritt, ein anderes Afrikanisches Land. Glauben wir doch, dass wir neben Karungu in Kenia, nun auch etwas für notleidende Kinder in Ghana tun dürfen. Wir glauben daran, da uns allfällige Spender schon ihre Hilfe zugesagt haben. Beten sie mit uns, dass Gott uns in dieser Wahl das Gelingen schenkt.

 

Henk und Wilma van der Vinne


(Ps. unsere Kinder in Karungu sind nun 40 an der Zahl, in Ghana helfen wir 12 Straßenkindern mit einer Ausbildung und beherbergen täglich ungefähr 60 Kindern in einer Tagesstätte).


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