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Die Entstehung der “Andreas Manna Stiftung“
Ein Glaubensbekenntnis von Henk und Wilma van der Vinne
Visionen werden manchmal Wirklichkeit...
Mutter
Theresa hatte eine Vision, diese bestimmte und inspirierte ihr Leben.
Das Leben von Jeanne d’ Arc wurde zum größten Teil
von Visionen bestimmt. Leiden und Sterben konnten den Herrn Jesus nicht
davon abhalten, die Vision, den Auftrag, welchen Er vor Augen hatte,
in Erfüllung zu bringen. Auch heute noch gibt Gott Menschen Visionen.
„Als sähe er den Unsichtbaren“ sagt die Bibel an einer
Stelle. Manchmal sehen Menschen in einem Traum, bildhaft oder in einer
Vision irgendetwas, das ihr weiteres Leben bestimmen wird. Als ob es
keinen Weg zurück gäbe, bestimmt dieser Traum oder diese Vision
deren Leben. Wie wenn Gott es in ihr Herz gepflanzt hätte, ihnen
von weitem zugerufen habe, um ihnen ganz nahe zu kommen.
Und stell dir vor: Plötzlich beginnt so ein Traum in deinem Leben
Gestalt anzunehmen. Menschen, die uns voran gingen und sich inspirieren
ließen durch das, was andere vielleicht eine Wahnvorstellung nennen,
sind auch heute noch – lange nachdem sie gestorben sind –
für viele eine Quelle der Inspiration. Wer ließt nicht gerne
ihre Geschichte, wer würde nicht gerne so ein Leben führen?
Abenteuer und Passion, aber und vor allem auch, Leiden und Leidenschaft.
Seid gewarnt: Die Entdeckung, dass Leiden und Leidenschaft zusammen
gehören, teilen alle diese Menschen in der Nachfolge des Menschensohnes,
der in der Bibel Gott genannt wird: Das Leben der Mutter Theresa war
die Personifizierung des Leidens, das Leben Jeanne d’ Arcs bestand
schließlich nur noch aus Leiden.
Jesus Christus, der Gott des Leidens, hatte eine Passion für Menschen,
die am Rande der Gesellschaft existieren: Huren, Landesverräter
und andere, die an einer verrückten Welt zugrunde gegangen sind:
Mit ihnen saß Er am Tisch und für sie starb Er. Torheit oder
Wirklichkeit? Traum oder Wahn? Entscheidest du dich für eine Vision,
einen Traum, die
Nachfolge eines Ideals, weil Er uns inspiriert, so wird Er auch am Zustandekommen
dieses Ideals mitwirken. In dieser Hinsicht hatte Calvin großen
Einfluss auf einen großen Teil Europas und hob diesen Kontinent
über den Geist der Zeit hinaus. Lasst uns ehrlich sein: Wenn Träume
und Visionen Wahrheit werden, wer gibt uns diese dann? Oder war es nur
ein menschliches Ideal, das diese Menschen inspirierte? Was uns angeht:
Sieh es dir an...
Kinderlos
Im September 1979 wurde uns von Professor Kremer des akademischen Krankenhauses
in Groningen mitgeteilt, dass die Wahrscheinlichkeit, Kinder bekommen
zu können, geringer als ein Prozent ist. Dieses eine Prozent lässt
er für ein Wunder offen! Er sagte dazu, diese Mitteilung bedeute
für manche das Ende ihrer Ehe, für andere aber der Anfang
für etwas komplett Neues. Er wünschte sich, dass wir zu der
zweiten Gruppe gehören. Wie fremd das auch wirken mag: Er öffnete
unbewusst eine neue Perspektive in unserem Leben. Diese Mitteilung war
eine tiefe Enttäuschung und griff tief in unser Leben ein, markierte
aber unbewusst von Anfang an eine neue Zukunft. Ganz tief in uns hinein
säte er den Samen, welcher Gott uns später durch ein Vision
offenbarte und sich heute zu einer Realität in unserem Leben entwickelt...
Trost
Enttäuscht von Gott und Kirche, besuchen wir eines Abends im November
desselben Jahres, ein Konzert von Elly & Rikkert Zuiderveld. Die
Musik dieser Hippies sprach uns schon an, noch bevor sie selber anfingen,
Träume zu träumen und Visionen zu sehen! Bewegt von dieser
Musik schreiben wir ihnen in den Wochen nach dem Konzert einen Brief,
in dem wir unsere Enttäuschung kundtun. Entgegen unserer Erwartung
reagiert Rikkert mit einem kurzen Brief und lädt uns ein, mal vorbeizukommen
und zu reden. Mit einiger Scheu gehen wir auf diese Einladung ein. So
geschah es, dass wir zwischen Weihnachten und Silvester eine neue Bestärkung
in unserem Glauben erhielten, dank dieses Besuchs. Elly und Rikkert
bleiben in dieser ersten Periode unsere Begleiter, sie helfen uns bei
der Verarbeitung unseres Kummers bezüglich unserer Kinderlosigkeit.
Wir fangen an, in der Bibel zu lesen. Eine Quelle bitterer Tränen
wandelt Gott in jenen Tagen zu einer großen Trostes um, denn eines
bestimmten Tages lesen wir:
"Freue dich, du Unfruchtbare, die du nicht geboren hast! Brich
in Jubel aus und jauchze, die du nicht in Wehen lagst! Denn die Vereinsamte
wird mehr Kinder haben als die Vermählte! Spricht der HERR. Erweitere
den Raum deines Zeltes und dehne die Zeltdecken deiner Wohnungen aus;
spare nicht, spanne deine Seile weit aus und befestige deine Pflöcke;
... Und alle deine Kinder werden vom HERRN gelehrt, und der Friede deiner
Kinder wird groß sein." (Jesaja 54)
Eins wussten wir da ganz bestimmt: Gott, der den Mutterschoß schließt,
kann diesen auch wieder öffnen: Einmal würden wir Kinder bekommen.
Vision
Diese Gewissheit,
dass wir an Stelle unserer Kinderlosigkeit etwas Besseres von Gott bekommen
würden, tröstet uns tief. Ein Trost, der uns wegen unserer
Kinderlosigkeit nach und nach immer mehr Frieden gibt. So wie es manchen
nicht gegeben ist zu heiraten, ist es uns nicht gegeben Kinder zu bekommen.
Gott gab uns Frieden und lernte uns darin zu ruhen! Im Frühling
1980 sieht Elly Zuiderveld, während sie betet, eine Vision. Sie
sieht, wie wir von schwarzen Kindern umgeben sind. Wir reagieren lachend
und beschließen einfach abzuwarten, was Gott tun wird. Wir haben
ja nicht mal Kontakt zur Negermenschen. Die Jahre vergehen. Die Vision
verschwindet in den Hintergrund und wird fast vergessen....
Unabhängigkeit
Kenia ist eine ehemalige Kolonie des Britischen Reiches. Obwohl das
Land nicht ohne Kämpfe unabhängig wurde, ist es der Politik
des ersten Präsidenten, Jomo Kenyatta zu verdanken, dass die Bewohner
des Landes sich sofort mit ihren ehemaligen Kolonisten versöhnt
haben. Herzliche Bände zwischen ihnen werden daraufhin zum Ausdruck
gebracht, indem das Britische Königshaus regelmäßig
Kenia besucht. Solches ist auch in der zweiten Hälfte der achtziger
Jahre der Fall...
Enthusiasmus
Gesangschöre sind sehr populär im Land und anlässlich
eines Besuches der Königin Elisabeth in Kenia, wird ein nationaler
Wettkampf für Gesangschöre erlassen. Der beste Chor darf mit
einer Aufführung die Königin bei ihrer Ankunft willkommen
heißen. Das „Jerichochor“ von „International
Fellowship for Christ“, eine Kirche in Nairobi, die schon im Land
für Furore gesorgt hat, gewinnt den Preis. Dieser Chor gibt während
des Besuches der Königin ein Exampel besten Könnens zum Besten.
Der Prediger der Kirche, William Otieno ist dabei anwesend, sowie einige
Evangelisten aus Norwegen. Der Enthusiasmus des Chores sprach diese
Evangelisten aus Norwegen besonders an. Sie laden William Otieno ein,
auf ihre Kosten zusammen mit dem Chor nach Norwegen zu kommen. William
darf dort predigen und sein Chor singen... in Norwegen.
Zelt
1988 gehen wir nach Norwegen in den Urlaub. Wegen diverser Querelen
in der kirchlichen Gemeinde sind wir enttäuscht worden. Die Bibel
kommt mit, aber unten im Koffer! Dort angekommen, beschließen
wir eines Morgens, dass wir am Abend ein Plätzchen in der freien
Natur zum Übernachten suchen. So etwas geht ohne weiteres in Norwegen.
Bevor wir losfahren, tanken wir das Auto voll. Wir beschließen
auch noch, die Reifen mit Luft zu füllen. Zurückfahrend kollidieren
wir mit der Rückseite unseres Busses gegen eine Säule, die
das Dach der Tankstelle stützt. Betreten, mit schmerzende Nacken
und eine Beule hinten am Auto, beginnen wir schließlich mit der
Reise. Dann fängt es an, ununterbrochen zu regnen. Nach einigen
Stunden Fahrt, entscheiden wir, dass es zu nass ist, um irgendwo im
Freien zu übernachten. Am Ende des Tages steuern wir den erst besten
Campingplatz an, den wir passieren. Dieser liegt in der kleinen Ortschaft
Seljord. Auf dem Camping steht ein großes Zelt. Wir meinen, es
sei eine Zirkuszelt Als wir aber das Auto leergeräumt haben, stellen
wir mit großem Schrecken fest, dass es sich um ein Evangelisationszelt
handelt! Die übrigen Campinggäste stellen sich alle als skandinavische
Christen heraus. Sie halten sich hier einige Tage für verschiedene
Seminare und Versammlungen auf.
Neuigkeiten
Wir beschließen sofort am nächsten Tag wieder weiter zu
reisen, wir haben keine Lust auf christliches Getue. Wir möchten
unsere Ruhe haben! Währenddessen regnet es unaufhörlich und
abends wird es immer kälter. Wilma schaut kurz im großen
Zelt vorbei und entdeckt das dieser geheizt wird. Ganz durchgefroren,
beschließen wir ins Zelt zu gehen. Dort predigt William Otieno
und tritt das Chor aus Nairobi auf! Im Zelt hängt ein Leinwand,
worauf der Text aus Jesaja 43,19, „Siehe, ich will etwas Neues
tun, jetzt wird es hervorsprossen“, geschrieben steht. William
redet an jenem Abend auf der Grundlage dieses Textes. In unser Herz
spüren wir, dass dieses Wort auch für uns ist, nichtverstehend,
was es uns zutiefst zu sagen hat. Jenen Abend begegnen wir Normann und
Eva Unsgaard. Ein enthusiastisches Nordisches Ehepaar, welches sehr
überrascht reagiert, nachdem sie vernommen haben das Niederländer
im Zelt sind. Sie laden uns ein, sich zu den Gästen aus Kenia zu
setzen, weil dort vom Nordischen ins Englische übersetzt wird.
Am Ende des Abends tauschen wir mit einigen Mitgliedern des kenianischen
Chors die Adressen aus.
Brief
Es regnet Tage lang, weshalb wir nicht weggehen können. Es entstehen
herzliche Kontakte mit einigen der Chormitgliedern. Es hört auf
zu regnen, sobald der letzte Campinggast gegangen ist. Dann ziehen auch
wir weiter auf unserer Reise durch Norwegen. Als wir nach den Ferien
nach Hause kommen , liegt der erste Brief aus Kenia schon auf unserer
Türmatte... Von Anfang an haben unsere Freunde aus Kenia uns eingeladen,
sie in ihr Land zu besuchen. Aber erst 1991 kam es tatsächlich
dazu. Innerhalb von drei Monaten nachdem wir unsere Freunde gebeten
haben, dafür zu beten, dass Wilma Arbeit finden möge, erhielt
sie eine Stelle! Dadurch waren wir finanziell in der Lage, um nach Kenia
zu reisen, wo wir in ein einfaches Afrikanisches Hotel übernachten.
Zum ersten Mal sehen wir die Straßenkinder in den Straßen
Nairobis. Zusammen mit Abel, Anne und andere Freunde reisen wir in den
Westen Kenias. Erblicken zum ersten mal das legendäres Viktoriameer
und übernachten bei Verwandte in einer Afrikanischen Strohhütte!
Wir begegnen die armen Bewohner vom Lande, denen es an Allem zu fehlen
scheint, außer an Schwung! Sie bringen uns die ersten Wörter
in der Sprache Swahili bei: „Bwana asseviewe!“ - „Der
Herr sei gepriesen!“
Bozee
Nach Ablauf dieser Ferien, am letzten Sonntag nach einem Gottesdienst
in Nairobi kommt Pfarrer William Otieno auf uns zu. Er fragt uns ob
er mal mit uns reden kann, worin wir natürlich zustimmen. Als er
abends mit uns im Hotel sitzt, erzählt er von seinem Sohn Bozee,
der vor einem Jahr in März durch einen Autounfall ums Leben kam.
Bozee baute damals in Karungu gerade ein kleines Haus auf dem Grundstück
seines Vaters, wie es für einen Sohn, der heiraten will, üblich
ist. William erklärt, dass das Häuschen, das Bozee baute,
nach seinem Tod von ihm, William und seiner Frau Peres fertiggestellt
wurde. Seit
dem Moment werden dort 10 Waisenkindern an der Zahl von ihm aufgefangen.
Ein winziges Häuschen mit nur einigen Etagebetten und nicht einmal
die finanziellen Mitteln, um diesen Kindern eine gute Versorgung und
die richtigen Gesundheitsvorsorge zu bieten, oder sie zur Schule zu
schicken. Könnten wir sie vielleicht helfen...
Privat
Wir schauen einander an. Die ganzen Ferien über mussten wir „nein“
sagen, auf die verschiedensten Hilfebitten, die auf uns zukamen. Aber
ergriffen durch Williams Geschichte und erinnert an Ellys Vision wissen
wir eines ganz bestimmt: Wir dürfen ja sagen! Wir waren in dem
Moment nicht in der Lage wesentlich helfen zu können, aber wir
versprachen William, dass wir anfangen würden, privat etwas zu
tun. Er konnte noch keine großen Dinge von uns erwarten, aber
wir würden ihn persönlich nach unserem Vermögen helfen...
Ein
Jahr später – in 1992 – steigt William während
der Rückreise von Oslo nach Nairobi aus dem Flugzeug bei einer
Zwischenlandung in Amsterdam ab. Er ist eine Woche bei uns. Wir besuchen
zusammen mit ihm einen der Prediger unserer örtlichen Gemeinde.
Dieser lädt William ein um im nächsten Jahr einen Monat lang
zu kommen. Die Gemeinde bezahlt das Ticket und wir sollen ein Programm
zusammenstellen, wodurch er an verschiedenen Orten reden kann! Das geschieht
und auf diese Weise ist dieser Prediger ein Glied in der Kette von scheinbar
unerwarteten Zufällen, auf unseren Weg, das langsam aber sicher
einen Prozess bezüglich der Hilfe für Karungu in Bewegung
setzt. Von diesen Moment an nennt William diesen Prediger: „His
best Friend!“
Stiftung
Ein Jahr später –1993 – befindet sich William wieder
in unser Land. Er redet an diversen Orten in und um Hoogeveen. Die ersten
Kirchen und Privatpersonen sichern finanzielle Unterstützung zu.
Unter anderem wegen dieser Tatsachen sehen wir, dass wir uns überlegen
müssen, auf welche Art und Weise wir das Ganze organisieren sollten,
damit es kein Durcheinander von Privatangelegenheiten und Geld, welches
die Leuten auf unser Bankkonto für die Kenia-Hilfe überweisen,
gibt. Wir finden zwei befreundete Ehepaare, die bereit sind mitzudenken
und zu beten. Nach anderthalb Jahren vergeblichen Suchens nach der Möglichkeit
einer Unterbringung bei einer schon bestehenden Organisation, entscheiden
wir uns dafür, dass eine Stiftung gegründet werden muss, nachdem
ein Besuch in Karungu die Notwendigkeit dieser Hilfe noch mal bestätigt.
Erfüllung und Vision
So
begegneten uns zum ersten Mal Vision und Wirklichkeit durch unsere Kinder
in Karungu, im Juni 1994. Jeder, der es nur hören will, erzählen
wir dort, dass Gott vor fast fünfzehn Jahren uns eine Vision gegeben
hat und die Waisenkinder, die damals noch nicht mal geboren waren, durch
Ihm an uns gegeben wurden, auf dass wir sie helfen versorgen. So, als
wären es unsere eigenen Kinder und dass dieser Besuch in Karungu
die Erfüllung unserer Vision ist! Die Menschen in Karungu sind
bewegt und gerührt durch soviel Gnade Gottes. Eine Vision wird
Realität, eine Vision beginnt...
Vollwaisen
Wir sehen in Karungu eine aufgeweckte Bevölkerung, unterjocht
durch die Abwesenheit gesunden Trinkwassers. Die Sterbeziffer ist auf
Grund allerhand Infektionskrankheiten in Verbindung mit schlechtem Trinkwasser
unwahrscheinlich hoch, wie beispielsweise Aids und Malaria. Auch viele
Mütter sterben im Wochenbett (Ohne ein Wochenbett). Nur schon durch
Aids sind bis zur Millenniumswende schon 600.000 Kinder verwaist. Diese
Not, die in diesen Tagen auf uns zukommt, nimmt innerhalb kurzer Zeit
Besitzt von unser Herz. Das Bedürfnis entsteht, nicht nur etwas
für Waisenkinder zu tun, sondern auch vorzubeugen, damit es soweit
nicht kommen muss. Wir können und möchten nicht mehr umhin.
Der Gedanke nach dem wie macht uns ängstlich, aber die Gewissheit,
dass es gut ist zu helfen überwiegt! Zusammen mit William beschließen
wir an erster Stelle den Kindern eine gute Unterkunft zu geben, sauberes
Trinkwasser, ein einfache, aber effiziente Gesundheitsversorgung, ein
gutes Transportmittel für William und die Kranken im Umkreis, Landbewässerung
oder ein anderes Landbauprojekt, eine auf Praxis orientierte Schule
und der (Ab)Bau einer kleiner Kirche, die für die Leute in der
Region ein Treffpunkt sein kann.
Andreas Manna
Zurück in Hoogeveen, entsteht am 19. Juli 1994 die Stiftungsakte
der Andreas Manna Stiftung, Partner von der gleichnamigen Foundation
in Kenia, dort ungefähr zur gleichen Zeit aufgerichtet von William
Otieno. Der
Name deutet hin auf Jesus’ viertem Apostel Andreas, der Ihm den
kleinen Jungen mit den fünf Broten und zwei Fischen gebracht hat.
Und es deutet auch hin auf das Manna, das die Juden auf wundersamer
Weise von Gott empfingen, als sie durch die Wüste zogen. So wird
für die Menschen, die den Namen Andreas Manna nicht als biblisch
erkennen, auch der Name von einer Person, die Hilfe an Waisenkinder
in Kenia gibt. Von Anfang an werden durch die Stiftung zehn Waisenkinder
versorgt, ein Zahl, die langsam Zuwachs bekommt. Da die Stiftung jetzt
Form annimmt, verändert die Situation rasant. Immer mehr Menschen
möchten was geben und zusammen mit William wird beschlossen zuerst
eine neue Unterkunft zu bauen, womit man vierzig Kinder Platz bieten
kann...
Opfer
Der Tod von Williams ältestem Sohn Peter im Juni 1997, infolge
einer Magen-Darminfektion, und das gerade als wir in Kenia angekommen
sind, war ein enorme Schock. Peter, der Sekretär der Stiftung,
hielt sich in der Woche vor unserer Ankunft in Karungu auf und holte
sich dort wie viele andere dieser Region jene Krankheit, die dazu führte,
dass er fünf Tage später starb, weil er wegen den mangelnden
Transportmitteln nicht rechtzeitig die richtige Gesundheitssorge aufgesucht
hatte. Wir beschlossen das neue Waisenhaus den Namen „Peter’s
House“ zu geben. Benannt nach dem Manne, der unentgeltlich seine
ganze Zeit in die Vorbereitungen für den Bau dieses Hauses gesteckt
hatte. Nach einigen Wochen tiefer Trauer bei der Familie Otieno reisen
wir bestürzt und verstört in die Niederlande zurück,
mit der Gewissheit, dass viel schneller etwas geschehen muss! Gott lässt
sich erbitten! Im September des gleichen Jahres beschloss EO Metterdaad
(Hilfeaktion des Evangeliums Rundfunk in der Niederlande) plötzlich
– drei Jahre nach unsere Bitte um Hilfe – uns dennoch zu
helfen! Peters Tod bedeutete erneut eine Beschleunigung in den Entwicklungen.
Trotzdem verstehen wir nicht, weshalb William und Peres trotz ihres
enormen Einsatzes so ein Opfer bringen mussten...
Treu
Im Mai 1998, während wir in Kenia mit den Menschen von EO Metterdaad
filmen, findet der Umzug der Kinder in ihre neue Unterkunft statt. Ein
Waisenhaus, das Platz für ungefähr 40 Kinder bietet! Im August
jenes Jahres kam die Dokumentation „Daheim in Karungu“ zweimal
im niederländischen Fernsehen, über Evangelische Omroep, einem
evangelischen Rundfunk (und das Programm „Metterdaad“ –
Durch die Tat-), welches für gewaltige Resonanz sorgt. Es wird
nicht nur eine gute Trinkwasserversorgung im November 1998 realisiert,
auch die örtliche Grundschule wird umgebaut und erweitert. Als
William im Mai 1999 erneut in die Niederlande reist, beschließen
wir zusammen mit ihm, dass die AMS im Jahr 2000 der Bau des Krankenhauses
auf sich nehmen wird und auch für die medizinische Einrichtung
sorgen wird. Wir können ihm diese Zusage in der Erwartung machen,
dass die Menschen in den Niederlanden treu ihre Hilfe an uns fortführen,
so wie sie es in der Vergangenheit getan haben. September 2000 sagen
uns das Niederländische Radio und Fernsehen (über dem überkirchlichen
Sender Niederlande und dem Programm „Wilde ganzen“ - Wilde
Gänse -) erneut Hilfe beim Bau des Krankenhauses zu. Desgleichen
bekamen wir einen Beitrag einer Stiftung mit dem Namen „Smile“,
wovon wir einen Traktor mit Pflugscharen kaufen konnten. Im September
2000 begann in Kenia die Realisierung eines Krankenhauses, welche 2001
fertig gestellt wurde.
Meilenstein
Das Krankenhaus wurde mittlerweile in Betrieb genommen. Das wird sich
zu einem weiteren Meilenstein in der Bekämpfung des Waisenproblems
entwickeln, so wie es im Kreis Karungu der Fall ist. Das gibt die von
uns betreuten Kindern und allen anderen Kindern und den Erwachsenen
im Kreis Karungu auch wieder ein wenig mehr Gewissheit auf ein gesundes
langes Leben... Im März 2001 besuchten wir zusammen mit einigen
Freunden in Ghana. Wir waren auf der Suche nach Kindern in Not, in diesem
Afrikanischen Land. Wir fanden mit Hilfe unserer Freunde in der südlichen
Hafenstadt Takoradi einige Straßenkinder und ihre Helfer. Vor
über zehn Jahre steckten vier Männer ihre Köpfe zusammen
um den Straßenkinder zu helfen. Francis, Robert und Sammy besuchen
jeweils eine andere Kirche. Trotzdem arbeiten sie zusammen, dank ihres
gemeinsamen Anliegens: Die Straßenkinder von Takoradi. In Afrika
weht der gleiche Geist durch die verschiedenen Kirchen, der die Herzen
der Gemeindeglieder zusammen schmiedet. Sie versuchen schon seit ca.
13 Jahren die Lebensumstände der Straßenkinder zu verbessern,
in der Stadt, die sie so sehr lieben. Sie fangen Ausbildungen mit diesen
Kindern an, richten mit ihnen kleine Betriebe auf, beseelt von einem
großen Wunsch: Die Finanzierung einer Miete oder der Bau einer
eigenen Unterkunft, von wo aus sie die Kinder helfen können; wo
sie studieren können, sich waschen können und zu essen bekommen...
Als wir nach Hoogeveen zurück-kehrten, beschloss die Verwaltung
der AMS auch für dieses Projekt Spender zu werben. Ein neuer Schritt,
ein anderes Afrikanisches Land. Glauben wir doch, dass wir neben Karungu
in Kenia, nun auch etwas für notleidende Kinder in Ghana tun dürfen.
Wir glauben daran, da uns allfällige Spender schon ihre Hilfe zugesagt
haben. Beten sie mit uns, dass Gott uns in dieser Wahl das Gelingen
schenkt.
Henk und Wilma van der Vinne
(Ps. unsere Kinder in Karungu sind nun 40 an der Zahl, in Ghana helfen
wir 12 Straßenkindern mit einer Ausbildung und beherbergen täglich
ungefähr 60 Kindern in einer Tagesstätte).
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